Plädoyer für eine nachhaltige Wohnungspolitik – Lisa Paus, MdB

Schland: @lisapaus/@ChrisKuehn_mdb (@GrueneBundestag): Plädoyer für nachhaltige #Wohnungspolitik. #Immobilienblase u.a.m.

Autor_innenpapier von Lisa Paus und Chris Kühn (Grüne): Plädoyer für eine nachhaltige Wohnungspolitik, erschienen in der März-Ausgabe 2017 der “Blätter für deutsche und internationale Politik”.
https://www.blaetter.de/archiv/jahrgaenge/2017/maerz/das-geschaeft-mit-der-wohnungsnot.

“Der Handel mit Immobilien boomt. Das Transaktionsvolumen am Immobilienmarkt ist seit 2009 in schwindelerregende Höhen gewachsen: von 13,4 Mrd. Euro auf 79 Mrd. Euro 2015. Diese rapide Entwicklung hat zwei zentrale Gründe: Erstens haben die wirtschaftlichen Unsicherheiten im Rahmen der Euro- und Finanzkrise zu einer Flucht in Sachwerte geführt. Zweitens werden Städte für Investoren offenbar immer attraktiver.

Allerdings ist davon auszugehen, dass sich dieser Aufwärtstrend alsbald abschwächen wird. So stellten die Wissenschaftler Alan M. Taylor, Oscar Jordà und Moritz Schularick in ihrer Langzeitstudie fest, dass sich die Hauspreise nach Zinssenkungen stets von der Einkommens- und Wirtschaftsentwicklung abkoppeln. Auch eine zweite historische Lektion ist beachtenswert: So belegt der Ökonom Nouriel Roubini, der den Immobiliencrash von 2008 vorhersah, dass einem starken Preisaufschwung zumeist ein starker Abschwung folgt.

Solchen Warnungen steht die viel zitierte These entgegen, dass die Preisentwicklung durch den hohen Wohnungsbedarf verursacht wird. In der Tat wurde der Zuzug von jungen Akademikern in die attraktiven Ballungsräume sowie der Flächenbedarf von Familien viele Jahre unterschätzt. Günstige Mieten schienen in der Zeit nach der Wiedervereinigung garantiert. In der Folgezeit begann man daher, Leerstände abzureißen und trieb die privatwirtschaftliche Verwertung von Wohnungsbeständen voran. … .”

Plädoyer für eine nachhaltige Wohnungspolitik