Dresdens heimliche Revolution

Dresden: #WoPoDD. #Wohnprojekte im gemeinschaftlichem Besitz. #MietshäuserSyndikat & #Genossenschaften wie #Zentralwerk

Campusrauschen über studentisches Wohnen, das Zentralwerk u.a.m.: “Schaffe, schaffe, Häusle baue – Wohneigentum ist für die meisten Deutschen immer noch der gängige Weg raus aus der Mietknechtschaft. Doch es geht auch ganz anders: mit gemeinschaftlichem Besitz.

Es ist kein Klischee, dass sich in der Residenzstadt die Uhren ein bisschen langsamer drehen. Doch das andere Bild der Stadt, das bunte, aufgeschlossene oder sogar progressive, wird zunehmend stärker. In einem Bereich spielt Dresden sozusagen sogar in der Spitzenliga: bei der Schaffung nicht-kommerziellen Wohnraums. Wer hätte das gedacht? …

Studierende haben wohl kaum solche ziemlich erwachsenen Gedanken wie Wohneigentum im Kopf. Doch wenn es tatsächlich vorstellbar ist, längerfristig in Dresden zu bleiben, könnte gerade der alternative Wohnungsmarkt spannend sein. Dieser ist gleich auf mehreren Ebenen eine Art dritter Weg. Zum einen schafft man sich oftmals tatsächlich Wohneigentum. Doch da man nur ein Teil eines Kollektivs ist, ist es nicht möglich, diesen gewinnbringend zu veräußern. Der alternative Wohnungsmarkt, also der der Genossenschaften oder auch der des Mietshäuser-Syndikats, sind nicht auf Rendite, sondern auf Zukunft, Solidarität und Langfristigkeit angelegt. Zum anderen haben die auf dem genossenschaftlichen Prinzip bauenden Wohnprojekte das Ziel, der Vereinzelung des Menschen entgegenzuwirken. Nicht nur für gesellige Abende in Gemeinschaftsräumen, sondern auch für kulturelle Veranstaltungen sollte man daher offen sein. Ein Beispiel dafür ist das Zentralwerk in Pieschen, früher eine Druckerei und ganz früher eine Waffenfabrik. Eine eigens gegründete, selbstorganisierte Genossenschaft schuf hier Platz für 22 Wohnparteien und mehr als 60 Ateliers und Gewerberäume. …

Im Vergleich zur Genossenschaft ist das bundesweit agierende Mietshäuser-Syndikat recht neu. … Heute hat das Syndikat bundesweit 124 Objekte aus dem privaten Markt „befreit“. Die meisten Projekte wurden in Freiburg, Berlin und Leipzig verwirklicht – doch auch in Dresden gibt es bereits sechs solcher Häuser, in welchen 117 Erwachsene und 33 Kinder wohnen. Damit hat Dresden genauso viele Syndikatsobjekte wie das um ein Vielfaches größere Hamburg. Durchaus bemerkenswert für eine Stadt, in der die Mieten, trotz rasanter Anstiege in den vergangenen Jahren, immer noch deutlich unter denen vieler westdeutscher Großstädte liegen. … .”

Dresdens heimliche Revolution

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