Leipzig/Berlin: #Wohnungsmarktbericht der Investitionsbank Berlin (#IBB) – Steigerung der #Angebotsmieten zwischen 2013 und 2018 in Leipzig um 31,5 %, in Berlin um 31,1 %, München 27,9 %, Köln 20,5 %, Hamburg 13,5 % + Einkommensunterschiede ebd. #Mietenwahnsinn @BMgrafik Berliner Morgenpost: “… Mieten und Kaufpreise für Immobilien in Berlin steigen unterdessen ungebremst weiter. Die mittlere Angebotsmiete lag dem Bericht zufolge 2018 bei 10,32 Euro kalt je Quadratmeter – 53 Cent mehr als im Jahr zuvor. Nur noch neun Prozent aller Mietwohnungen im Berliner Stadtgebiet wurden zu einer mittleren Nettokaltmiete von unter 7 Euro pro Quadratmeter angeboten. In der Innenstadt lagen die Mieten sogar fast flächendeckend bei mehr als 12 Euro pro Quadratmeter. … “

Leipzig: #Binnenwanderung: Neu-Leipziger bevorzugen die Innenstadt. Nach ein paar Jahren ziehen die Menschen oft in ein Randviertel. BILD Leipzig: “Leipziger haben keine Lust mehr aufs Zentrum”. 15 Prozent nannten als Grund: Die Mietkosten im Zentrum waren zu hoch (betraf vor allem 35- bis 85-Jährige). BILD Leipzig: “Immer mehr Menschen verlassen die Viertel im Zentrum und wohnen lieber am Stadtrand – z.B. in Volkmarsdorf, Schönau, Neulindenau und Lützschena-Stahmeln. Die Statistik-Experten zogen daraus diesen Schluss: Neu-Leipziger bevorzugen die Innenstadt. Das ist aber oft nur eine Durchgangsstation- Ändert sich die Lebenssituation, ziehen die Menschen oft nach ein paar Jahren in ein Randviertel. Weitere Umzugsgründe: hohe Mieten, Gesundheit und Arbeit. In einer Bürgerbefragung von 2017 (8878 Teilnehmer) wurden auch diese Motive genannt: ▶︎ 17 Prozent: familiäre Gründe wie Scheidung oder Haushaltsgründung ▶︎ 15 Prozent: Ausbildungsbeginn und Nähe zum Job ▶︎ 15 Prozent: Die Mietkosten im Zentrum waren zu hoch (betraf vor allem 35- bis 85-Jährige) … .”

Schland: Der Regionalstatistische Raumtyp (RegioStaR 17) nach @bmvi und @bbsr_bund unterscheidet auf der Gemeindeebene von der #Metropole bis zu kleinstädtisch, dörflichen Räumen in ländlichen Regionen insgesamt 17 Typen “… Das BMVI hat … inhaltlich und methodisch die neue Regionalstatistische Raumtypologie (RegioStaR) konzipiert und mit Unterstützung des Bundesinstituts für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR) umgesetzt. Diese Typologie bietet mit mehreren aufeinander aufbauenden siedlungsstrukturellen Raumtypen ein Instrument, Wirkungszusammenhänge zwischen Verkehr und räumlichen Strukturen zu analysieren und differenzierte Mobilitätskennwerte zu ermitteln. … .”

ak 647: »Man muss den Unternehmen die Wohnungen wegnehmen«

Schland: Rebellische Städte. Ein Gespräch mit Tashy und Kalle über die Initiative Deutsche Wohnen & Co. @dwenteignen) und darüber, wie man sich am besten mit anderen Mieter_innen organisiert, in der aktuellen @analysekritik

ak – analyse & kritik | Zeitung für linke Debatte und Praxis: “… Ihr seid in der Starthilfe AG der Kampagne Deutsche Wohnen & Co Enteignen. Was ist das?

T.E.: Gegründet wurde die AG von Leuten, die in verschiedenen Mieterorganisierungen viel Erfahrung gesammelt und gemerkt haben, man muss nicht alle Fehler nochmal machen, und man kann aus den Erfolgen, die wir hatten, lernen. Wir haben eine Broschüre geschrieben, die Tipps zur Gründung einer Mieterinitiative gibt. Dann haben wir eine Workshopreihe zu praktischen Themen wie »Wie komme ich mit meinen Nachbarinnen ins Gespräch«, »Wie organisiere ich erfolgreiche Versammlungen«, »Wie mache ich Pressearbeit«, aber auch zur strategischen Ausrichtung von Aktionen. Und als dritte Säule geben wir konkrete Starthilfe für Initiativen.

Leute wenden sich an euch und fragen, wie sie es machen sollen?

T.E.: Genau. Wir bauen außerdem einen Pool von Starthelferinnen auf, die Lust haben, Initiativen zu unterstützen.

Was muss man machen, wenn man sich mit den Nachbarn organisieren will?

T.E.: Unserer Erfahrung nach ist es hilfreich, von Tür zu Tür zu gehen und mit den Nachbarn direkt zu sprechen. Nur Flyer stecken stellt meist nicht das nötige Vertrauen her, damit Leute wirklich zu einem Treffen kommen. Wichtig ist, dass wir in dem Gespräch sehr viel mehr zuhören als reden, dass wir die Anliegen der Nachbarinnen und ihre emotionale Verknüpfung damit rausfinden – vielleicht sind sie wütend, vielleicht haben sie Angst – und das in eine Organisierungsperspektive setzen. Dass wir sagen, an der Stelle könnte man was machen, möglichst konkrete Schritte wie Mietminderung, gemeinsam gegen die Modernisierung vorgehen, politischen Druck machen. Und der erste Schritt wäre, dass sie am Wochenende zu einem Treffen kommen. … .”

https://www.akweb.de/ak_s/ak647/20.htm
https://www.akweb.de/ak_s/ak647/20.htm

Gentrifizierung – Wehren lernen

“Wehren lernen”. Rezension zu dem Buch “Strategien gegen #Gentrifizierung” von Lisa Voller in @derfreitag.
Gentrifizierung “ist weder ein natürlicher Prozess noch ein Unfall, sondern eine gezielte bevölkerungspolitische Strategie.“

der Freitag: “… Das Buch “Strategien gegen Gentrifizierung” der in Berlin lebenden und an der Weimarer Bauhaus-Universität arbeitenden Stadtforscherin Lisa Vollmer bringt verblüffend einfach die vermeintlich so komplexe Problematik auf den Punkt. „Betrachtet man Gentrifizierung als Teil neoliberaler Stadtpolitik, wird klar: Sie ist weder ein natürlicher Prozess noch ein Unfall, sondern eine gezielte bevölkerungspolitische Strategie.“ Das klingt kämpferisch, ist aber Teil einer sehr präzisen und übersichtlichen Analyse und Definition und ermöglicht ein „kritisches und politisch ermächtigendes Verständnis“, wie Vollmer schreibt. Denn was Gentrifizierung genau ist und wer wie daran beteiligt ist, wer profitiert und wer verliert, das verschwimmt oft in den nicht selten ungenau geführten Debatten.

Vor allem die konservative Presse singt gerne das Lied auf die Verdrängungspioniere aus dem prekären Kultursektor, die Aufwertung erst möglich machen. Experten wie Andrej Holm betonen dagegen seit Jahr und Tag, dass Gentrifizierung vor allem ein immobilienwirtschaftlicher Vorgang ist. Vollmer beschreibt übersichtlich, wie das kulturelle Kapital der jungen Kreativen eine Nachbarschaft verändert und zum ortsgebundenen kulturellen Kapital wird, das in vermeintlich sozialkritischen Feuilletonreportagen gehypt und dann erst von Hauseigentümern und immobilienwirtschaftlichen Akteuren in ökonomisches Kapital verwandelt wird. Das hat auch mit hohen und kurzfristigen Renditeerwartungen oft größerer Immobilienverwerter zu tun, die mittlerweile an der Börse notiert sind. … .”

https://www.freitag.de/autoren/florian-schmid/wehren-lernen
https://www.freitag.de/autoren/florian-schmid/wehren-lernen

Aufruf zur Demonstration gegen Verdrängung und #Mietenwahnsinn am 6. April 2019 | Leipzig für alle!

Der Aufruf von @leipzigfueralle zu #Mietenwahnsinn am 6. April: »Uns reicht es! Wir verlangen eine Wohnungspolitik, die an den Bedürfnissen aller Bewohner*innen orientiert ist. Wohnen ist ein Menschenrecht. Unser langfristiges Ziel ist die Vergesellschaftung von Wohnraum – ein erster Schritt dahin ist die Schaffung eines nicht marktförmigen, nicht profitorientierten Wohnungssektors.«
http://leipzigfueralle.blogsport.eu/aufruf-zur-demonstration-gegen-verdraengung-und-mietenwahnsinn-am-6-april-2019/