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ak 647: »Man muss den Unternehmen die Wohnungen wegnehmen«

Schland: Rebellische Städte. Ein Gespräch mit Tashy und Kalle über die Initiative Deutsche Wohnen & Co. @dwenteignen) und darüber, wie man sich am besten mit anderen Mieter_innen organisiert, in der aktuellen @analysekritik

ak – analyse & kritik | Zeitung für linke Debatte und Praxis: “… Ihr seid in der Starthilfe AG der Kampagne Deutsche Wohnen & Co Enteignen. Was ist das?

T.E.: Gegründet wurde die AG von Leuten, die in verschiedenen Mieterorganisierungen viel Erfahrung gesammelt und gemerkt haben, man muss nicht alle Fehler nochmal machen, und man kann aus den Erfolgen, die wir hatten, lernen. Wir haben eine Broschüre geschrieben, die Tipps zur Gründung einer Mieterinitiative gibt. Dann haben wir eine Workshopreihe zu praktischen Themen wie »Wie komme ich mit meinen Nachbarinnen ins Gespräch«, »Wie organisiere ich erfolgreiche Versammlungen«, »Wie mache ich Pressearbeit«, aber auch zur strategischen Ausrichtung von Aktionen. Und als dritte Säule geben wir konkrete Starthilfe für Initiativen.

Leute wenden sich an euch und fragen, wie sie es machen sollen?

T.E.: Genau. Wir bauen außerdem einen Pool von Starthelferinnen auf, die Lust haben, Initiativen zu unterstützen.

Was muss man machen, wenn man sich mit den Nachbarn organisieren will?

T.E.: Unserer Erfahrung nach ist es hilfreich, von Tür zu Tür zu gehen und mit den Nachbarn direkt zu sprechen. Nur Flyer stecken stellt meist nicht das nötige Vertrauen her, damit Leute wirklich zu einem Treffen kommen. Wichtig ist, dass wir in dem Gespräch sehr viel mehr zuhören als reden, dass wir die Anliegen der Nachbarinnen und ihre emotionale Verknüpfung damit rausfinden – vielleicht sind sie wütend, vielleicht haben sie Angst – und das in eine Organisierungsperspektive setzen. Dass wir sagen, an der Stelle könnte man was machen, möglichst konkrete Schritte wie Mietminderung, gemeinsam gegen die Modernisierung vorgehen, politischen Druck machen. Und der erste Schritt wäre, dass sie am Wochenende zu einem Treffen kommen. … .”

https://www.akweb.de/ak_s/ak647/20.htm
https://www.akweb.de/ak_s/ak647/20.htm

Gentrifizierung – Wehren lernen

“Wehren lernen”. Rezension zu dem Buch “Strategien gegen #Gentrifizierung” von Lisa Voller in @derfreitag.
Gentrifizierung “ist weder ein natürlicher Prozess noch ein Unfall, sondern eine gezielte bevölkerungspolitische Strategie.“

der Freitag: “… Das Buch “Strategien gegen Gentrifizierung” der in Berlin lebenden und an der Weimarer Bauhaus-Universität arbeitenden Stadtforscherin Lisa Vollmer bringt verblüffend einfach die vermeintlich so komplexe Problematik auf den Punkt. „Betrachtet man Gentrifizierung als Teil neoliberaler Stadtpolitik, wird klar: Sie ist weder ein natürlicher Prozess noch ein Unfall, sondern eine gezielte bevölkerungspolitische Strategie.“ Das klingt kämpferisch, ist aber Teil einer sehr präzisen und übersichtlichen Analyse und Definition und ermöglicht ein „kritisches und politisch ermächtigendes Verständnis“, wie Vollmer schreibt. Denn was Gentrifizierung genau ist und wer wie daran beteiligt ist, wer profitiert und wer verliert, das verschwimmt oft in den nicht selten ungenau geführten Debatten.

Vor allem die konservative Presse singt gerne das Lied auf die Verdrängungspioniere aus dem prekären Kultursektor, die Aufwertung erst möglich machen. Experten wie Andrej Holm betonen dagegen seit Jahr und Tag, dass Gentrifizierung vor allem ein immobilienwirtschaftlicher Vorgang ist. Vollmer beschreibt übersichtlich, wie das kulturelle Kapital der jungen Kreativen eine Nachbarschaft verändert und zum ortsgebundenen kulturellen Kapital wird, das in vermeintlich sozialkritischen Feuilletonreportagen gehypt und dann erst von Hauseigentümern und immobilienwirtschaftlichen Akteuren in ökonomisches Kapital verwandelt wird. Das hat auch mit hohen und kurzfristigen Renditeerwartungen oft größerer Immobilienverwerter zu tun, die mittlerweile an der Börse notiert sind. … .”

https://www.freitag.de/autoren/florian-schmid/wehren-lernen
https://www.freitag.de/autoren/florian-schmid/wehren-lernen

Aufruf zur Demonstration gegen Verdrängung und #Mietenwahnsinn am 6. April 2019 | Leipzig für alle!

Der Aufruf von @leipzigfueralle zu #Mietenwahnsinn am 6. April: »Uns reicht es! Wir verlangen eine Wohnungspolitik, die an den Bedürfnissen aller Bewohner*innen orientiert ist. Wohnen ist ein Menschenrecht. Unser langfristiges Ziel ist die Vergesellschaftung von Wohnraum – ein erster Schritt dahin ist die Schaffung eines nicht marktförmigen, nicht profitorientierten Wohnungssektors.«
http://leipzigfueralle.blogsport.eu/aufruf-zur-demonstration-gegen-verdraengung-und-mietenwahnsinn-am-6-april-2019/

Erleichterung an der Mattenstrasse: Genossenschaft kauft Häuser

Basel: Das Gerangel hat ein Ende. Die #Genossenschaft #MietshäuserSyndikat (@syndikat_basel) kauft die Häuser an der #Mattenstrasse 74/76. Damit können die Mieter_innen in ihren Wohnungen bleiben. #Kollektiveigentum

Basler Zeitung: “… Wie die Mieterinnen und Mieter am Mittwochabend der bz mitteilten, übernimmt die Genossenschaft Mietshäuser Syndikat die Häuser an der Mattenstrasse 74/76. Damit findet der langjährige Kampf um die Immobilien ein Ende. Die Mieterschaft der historischen Häuser befand sich schon seit geraumer Zeit in Diskussionen mit den Eigentümern, dem Vinzenz-Verein St. Marien. …

Am 1. März wurden die Häuser in genossenschaftlichen Besitz überführt. Die Freude bei den Mietern und Mieterinnen ist gross: „Wir freuen uns, in enger Partnerschaft mit dem Mietshäuser Syndikat in Zukunft unser gemeinschaftliches Zusammenleben selbst zu gestalten“, schreiben sie in einer Medienmitteilung. Sie hoffen nun darauf, dass der Erhalt der zwei Häuser als „Alternative zu Verdrängung und Massenkündigungen“ ein positives Signal an den Kanton aussendet. … .”

https://www.bzbasel.ch/basel/erleichterung-an-der-mattenstrasse-genossenschaft-kauft-haeuser-134207973
https://www.bzbasel.ch/basel/erleichterung-an-der-mattenstrasse-genossenschaft-kauft-haeuser-134207973

Weimars alte Feuerwache geht an den gleichnamigen Verein

#Weimar: Die ehem. #Feuerwache soll nach #Konzeptverfahren zum #Festpreis (1,38 Mio €) an den Verein Alte Feuerwache im Verbund des #MietshäuserSyndikat’s verkauft und als Wohn- und Gewerbestandort mit öffentlichem Hof entwickelt werden.

Thüringer Allgemeine Weimar: “… Das Areal der alten Feuerwache in Weimar soll von einer Bürgerinitiative als Wohn- und Gewerbestandort mit einem öffentlichen Hof entwickelt werden. Die Entscheidung fiel in geschlossener Sitzung des Stadtrates. Nach Information der Beteiligten hat Weimars Oberbürgermeister Peter Kleine (pl.) das Ergebnis öffentlich gemacht: Das Areal an der Erfurter Straße soll samt zweier angrenzender Wohngebäude an der Mozartstraße an den Verein Alte Feuerwache verkauft werden. Damit soll das seit 2006 ungenutzte und verfallende Gelände wieder einer Nutzung zugeführt werden. …

„Wir freuen uns sehr über den Zuschlag und sind dankbar für das entgegengebrachte Vertrauen seitens der Stadträtinnen und Stadträte“, reagierte Feuerwache-Vorstandsfrau Kristin Enderlein auf die Entscheidung. „Wir sind ein öffentliches Projekt und wollen Weimars Bevölkerung in den kommenden Monaten bis zum eigentlichen Kauf und auch während der Bauphase regelmäßig über die Fortschritte informieren.“ Das gelte auch für das Nutzungskonzept, das aktualisiert worden sei. Sie lud interessierte Bürger ein, ihre Ideen einzubringen und sich selbst zu engagieren.

Aus dem Konzept soll in den kommenden sechs Monaten eine mit der Stadt abgestimmte Planung werden, die Investitionshöhen und Zeiträume, die Art der Nutzung und der Finanzierung enthält und verbindlicher Teil des Kaufvertrages wird, sagte am Dienstag der amtierende Leiter der Stadtentwicklung, Bernward Fechtel . Wenn Konzept, Vertrag und Finanzierung stehen, erwirbt die Stadt die zum Areal gehörenden Gebäude der Wohnstätte und bringt sie in den Kaufvertrag ein. …

Die Vorstandssprecherin Ines Bolle nannte das Vorhaben eine schöne Mischung mit behindertengerechtem Wohnen und Gewerbe, einem Multifunktionssaal, einem Atelierturm und einem öffentlichen Café. Der Verein wolle vergleichsweise günstige Mieten von 6,50 Euro anbieten, so Bolle . „Das wäre ein starkes Beispiel.“ … .”

https://weimar.thueringer-allgemeine.de/web/weimar/startseite/detail/-/specific/Weimars-alte-Feuerwache-geht-an-den-gleichnamigen-Verein-1976027643
https://weimar.thueringer-allgemeine.de/web/weimar/startseite/detail/-/specific/Weimars-alte-Feuerwache-geht-an-den-gleichnamigen-Verein-1976027643

Leipziger Stadtrat stimmt für Milliarden-Vorhaben

Leipzig: #WoPoLE. Zwei Stunden diskutierte der #srle über die Großprojekte am Bayerischen und am Eutritzscher #Freiladebahnhof, die ab 2020 Wohnraum und Gewerbeflächen schaffen sollen. Beide Pläne wurden grundsätzlich genehmigt.

LVZ Leipziger Volkszeitung: “… Oberbürgermeister Burkhard Jung (SPD) versicherte, dass sich die Stadt Leipzig einst selbst um den Kauf dieser Flächen bemüht habe und auch konkrete Kaufangebote vorlegte. Im Erfolgsfall hätte die Kommune die Entwicklung dieser Stadtteile gern selbst in die Hand genommen, sagte er. Doch in beiden Fällen hätten sich die privaten Vorbesitzer für Offerten mit höheren Preisen von privaten Projektentwicklern entschieden. „Das ist der Grundfehler, wenn ein früherer Staatsbetrieb wie die Bahn nicht verpflichtet ist, ihre Grundstücke zu normalen Preisen an eine Kommune zu verkaufen“, meinte Jung. Zumindest für Flächen, die die Bundeswehr nicht mehr benötigt, habe der Bund da inzwischen umgesteuert. …

Bei sieben Enthaltungen (aus der Fraktion der Linken) wurden die Verträge mit den Investoren Stadtbau AG und Buwog zum Bayerischen Bahnhof genehmigt.

Auch der Masterplan für den Eutritzscher Freiladebahnhof erhielt eine klare Mehrheit. Dieser Plan wird aber erst wirksam, wenn die CG-Gruppe etliche Bedingungen des Stadtrates erfüllt hat. … .”

http://www.lvz.de/Leipzig/Lokales/Leipziger-Stadtrat-stimmt-fuer-Milliarden-Vorhaben
http://www.lvz.de/Leipzig/Lokales/Leipziger-Stadtrat-stimmt-fuer-Milliarden-Vorhaben

Wohnungsverbände fordern Strategien für ländliche Regionen

Sachsen und Thüringen: Wohnungsverbände vtw und @vdwSachsen sagen, es müsse statt “blindem Aktionismus” beim Neubau der #ländlicheRaum gestärkt werden. Auch in LE und DD gäbe es “keinen Grund für Panikmache”.

Haufe: “Bezahlbare Wohnungen sind in Thüringen selbst in den Metropolen noch zu haben. In Sachsen stehen sogar wieder mehr davon leer. Um die Großstädte zu entlasten, müsse statt “blindem Aktionismus” beim Neubau der ländliche Raum gestärkt werden, sagen Wohnungsverbände.

Der Wohnungsmarktbericht des Freistaates Thüringen zeige, dass es überall im Land bezahlbaren Wohnraum gebe, sagt Frank Emrich, Direktor des Verbands Thüringer Wohnungs- und Immobilienwirtschaft (vtw). Dies gelte auch und gerade für Erfurt, Jena und Weimar. Dem Bericht zufolge übersteigt die Mietbelastungsquote selbst in den Großstädten nicht die kritische 30-Prozent-Marke.

“Deshalb muss unser Hauptaugenmerk auf die Stärkung des ländlichen Raumes gerichtet sein. Hier liegt der Schlüssel für die regionale und politische Stabilität im Land – und dem Schutz der Städte vor Überlastung.” vtw-Direktor Frank Emrich

Mietpreisbremsen oder Kappungsgrenzen sind dem vtw zufolge zum Scheitern verurteilt, da in Thüringens Städten die Mieten relativ niedrig sind. Das sorgt für eine anhaltende Abwanderung aus dem ländlichen Raum. “Eine Gesamtstrategie für die Stärkung des ländlichen Raumes ist erforderlicher denn je”, meint Emrich. …

Sachsen: Panikmache in den Metropolen?

Unterstützung bekommen die Thüringer aus Sachsen. Auch hier gehen stabile günstige Mieten einher mit steigendem Leerstand.

Die durchschnittliche Nettokaltmiete in den im Verband der Wohnungs- und Immobilienwirtschaft e. V. – vdw Sachsen organisierten Unternehmen betrug im vergangenen Jahr 5,12 Euro pro Quadratmeter Wohnfläche und lag damit nur um acht Cent über dem Wert des Vorjahres (2017: 5,04 Euro pro Quadratmeter).

“Die Mieten bleiben damit auf einem stabilen und sehr günstigen Niveau. Das trifft auch auf die Metropolen Dresden, Leipzig und Chemnitz zu. Es gibt also überhaupt keinen Grund für Panikmache oder blinden Aktionismus.” Rainer Seifert,Verbandsdirektor vdw Sachsen

Mit größtem Druck jetzt innerhalb weniger Monate tausende neue Wohnungen in Leipzig, Dresden und Chemnitz aus dem Boden stampfen zu wollen, überhitze den Markt und treibe die Grundstücks- und Baupreise unnötig in noch höhere Dimensionen, so Seifert. … .”

https://www.haufe.de/immobilien/wohnungswirtschaft/wohnungsverbaende-fordern-strategien-fuer-laendliche-regionen_260_485876.html
https://www.haufe.de/immobilien/wohnungswirtschaft/wohnungsverbaende-fordern-strategien-fuer-laendliche-regionen_260_485876.html

IW-Studie: Die Familien verlassen die Städte – WELT

Leipzig: #Abwanderung von Familien mit dts. Staatsangehörigkeit ins Umland der Großstädte. Angesichts des anhaltenden Berlinbooms richten Investoren, Zuzügler, aber auch mobilere Bürger den Blick aufs nahe gelegene Leipzig.

WELT: “Während es junge Singles und Zuwanderer in die Ballungszentren zieht, wandern Familien mit deutscher Staatsangehörigkeit zunehmend ins Umland ab. Und die Stadtflucht dürfte weiter zunehmen. Denn Mieten und Kaufpreise erreichen neue Rekordhöhen. …

Leipzig wird für Berliner zur Alternative

Angesichts des anhaltenden Hauptstadtbooms richten Investoren, Zuzügler aber auch mobilere Bürger den Blick aufs nahe gelegene Leipzig. Unter allen ostdeutschen Städten weist Leipzig mit einem Beschäftigungswachstum von 28,5 Prozent den Rekord auf. Zudem dürften sich die Berliner Wohnungsmarktrekorde aufgrund der relativ guten Anbindung – die Fahrzeit mit dem Schnellzug von Berlin nach Leipzig beträgt rund 70 Minuten – zunehmend auf Leipzig übertragen.

So dürfte die Stadt für viele Berliner Unternehmen und Haushalte zunehmend eine attraktive Alternative darstellen, denn die Wohnungspreise im mittleren Preissegment differieren bei nahezu 2000 Euro pro Quadratmeter, während sie im oberen Preissegment auf 3000 Euro pro Quadratmeter zusteuern. Leipzig dürfte wohl aufgrund seiner Standortvorteile der interessanteste Immobilienmarkt in Ostdeutschland sein. … .”

https://www.welt.de/finanzen/immobilien/article190209511/IW-Studie-Die-Familien-verlassen-die-Staedte.html
https://www.welt.de/finanzen/immobilien/article190209511/IW-Studie-Die-Familien-verlassen-die-Staedte.html

Ein Haus kaufen mit genossenschaftlicher Unterstützung

Basel: Ein Haus kaufen mit genossenschaftlicher Unterstützung. Mieter_innenfreundliche Hausübernahmen dank #Wohnungsgenossenschaften. Infovideo des Regionalverbands WBG Nordwestschweiz. #Kollektiveigentum

“Der Film erzählt wie Mieterinnen und Mieter das Haus ihrer betagten Vermieterin kaufen. Dabei werden sie vom Regionalverband Wohnbaugenossenschaften Nordwestschweiz unterstützt. Ein nachhaltige Lösung für alle Beteiligten.”

https://youtu.be/9EUSuEvSyNA

Das urbane Aufstiegsversprechen funktioniert nicht mehr

Dystopie der Großstadt: Das urbane Aufstiegsversprechen funktioniert nicht mehr. #Großstädte werden für Menschen ohne Hochschulabschluss immer unattraktiver – #Metropolen werden elitärer. @davidautor @FAZ_Wirtschaft

FAZ – Wirtschaft: “… Amerikanische Städte bieten Arbeitern ohne Hochschulabschluss kaum noch Stellen, die ihren Qualifikationen entsprechen und ein gutes Gehalt garantieren. Zu diesem Schluss kommt der Ökonom und renommierte Arbeitsmarktforscher David Autor, Professor für Ökonomie am Massachusetts Institute of Technology.

Der Arbeitsmarkt erfordere demnach höhere Bildungsabschlüsse und speziellere Fähigkeiten als noch vor fünf Jahrzehnten. Die einst so robusten Löhne für geringer qualifizierte Arbeitnehmer in Mittelklasseberufen seien weggebrochen. Arbeitnehmer ohne Hochschulabschluss wurden laut Autor aus Berufen verdrängt, die mittlere Fähigkeiten verlangen – und gehen nun Niedriglohnjobs nach, für die einfachere Qualifikationen genügen. Zum Beispiel als Wachmann, Transportfahrer oder in der Gastronomie. Der Wegfall von Arbeitsplätzen sei auf Automatisierungsprozesse und internationalen Handel zurückzuführen.

Eine ähnliche Entwicklung sei auch in Deutschland zu beobachten, sagt Wolfgang Dauth, Mitarbeiter im Forschungsbereich „Regionale Arbeitsmärkte“ am Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) in Nürnberg. Es müsse aber beachtet werden, dass es hierzulande mit dem dualen Ausbildungssystem ein anderes Modell gebe als in den Vereinigten Staaten. Dennoch lasse sich festhalten, dass technologischer Wandel jene Berufe treffe, die mittelgut bezahlt sind. „Sie sind es, die am ehesten von Computern und Maschinen verdrängt werden können.“ Vor allem seit der Jahrtausendwende nehme diese Entwicklung zu; je größer die Stadt, desto stärker der Effekt. …

David Autor spricht von einer „Rolltreppe“ nach oben, die Geringqualifizierte früher bestiegen hätten, als sie in die Städte zogen. Diese Zeiten seien vorbei, amerikanische Städte würden elitärer.

Eine ähnliche Tendenz sieht Dauth auch in Deutschland. „Mit der Stadtgröße steigt der Anteil der Hochqualifizierten.“Größere Städte – das zeigen Zahlen des IAB – seien zwar auch schon früher für Akademiker attraktiver gewesen; ihr Anteil wachse aber. Lag er demnach 1980 noch bei 6,42 Prozent aller sozialversicherungspflichtig Beschäftigten, waren es zuletzt schon etwa 24 Prozent. Auch in Deutschland gelte: Für Hochschulabsolventen lohnt sich ein Umzug in die Großstadt, für geringer Qualifizierte seltener. … .”

https://edition.faz.net/faz-edition/wirtschaft/2019-03-11/87757f9123853821077a6f0f5c52ffe7/
https://edition.faz.net/faz-edition/wirtschaft/2019-03-11/87757f9123853821077a6f0f5c52ffe7/