Abnutzung

Müssen Mieter_innen bei Auszug die Wohnung stets in den Zustand zurückversetzen, in dem sie sie angemietet haben?

Aufgrund normaler Abnutzung verschlechtert sich im Laufe der Jahre der Zustand einer Wohnung. Dies ist auch dann der Fall, wenn Mieter_innen sorgsam mit der Mietwohnung umgeht. Daher müssen Mieter_innen auch nicht für die finanziellen Folgen einer normalen Abnutzung aufkommen (§ 538 BGB). Im Allgemeinen ist die normale Abnutzung durch den Mietzins abgegolten.

Was unter der normalen Abnutzung einer Mietwohnung genau zu verstehen ist, haben die Gerichte bereits in
vielen Urteilen geklärt. So darf beispielsweise im Badezimmer (in normalem Ausmaß) gedübelt werden, ohne dass die Fliesen beim Auszug ersetzt werden müssen.

In Mietverträgen wird oftmals vereinbart, dass Renovierungsarbeiten in einem bestimmten Umfang von den Mieter_innen übernommen werden. Hierunter fallen aber nur sogenannte Schönheitsreparaturen, wie Streichen, Tapezieren oder das Verspachteln von gebohrten Löchern in der Wand.

Mietvertragsklauseln, durch die Mieter_innen werden, bei Auszug die gesamte Wohnung zu renovieren, sind unter Umständen unzulässig. Der Bundesgerichtshof stellte in einem Urteil (AZ.: VIII ZR 208/02) fest, dass Mieter_innen damit unzumutbar benachteiligt werden würden.

Dieser Artikel wurde mit freundlicher Genehmigung des Berliner MieterGemeinschaft e. V. übernommen und teilweise verändert.

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