Bezahlbarer Wohnraum

„Bezahlbarer Wohnraum“ besitzt keine einheitliche Definition oder ist gesetzlich verankert, daher versuchen wir die Bezahlbarkeit von Wohnraum selbst zu definieren. Die Bezahlbarkeit von Wohnraum ist keine normative Größe, sondern lässt sich nur im Verhältnis zum Einkommen messen und ist daher regional stark unterschiedlich. In Deutschland besteht die Vorstellung, dass die Wohnkostenbelastung, das heißt der relative Anteil des Nettoeinkommens der für den Wohnraum ausgegeben wird, etwa 25 bis 30 Prozent des verfügbaren Einkommens nicht übersteigen soll. Die gestiegenen Wohnkosten durch steigende Mietpreise führen jedoch bei vielen Haushalten zu einer Wohnkostenbelastung von bis zu 50 Prozent. Neben der Zahlungsfähigkeit bestimmt die  Mietzahlungsbereitschaft den Anteil des Einkommens, der für Wohnen  ausgegeben werden soll. Ein angemessener und bezahlbarer Wohnraum ist auch subjektiv zu betrachten, da die Menschen unterschiedliche Wohnwünsche und Wohnbedürfnisse besitzen.

Unabhängig von einem prozentualen Anteil der Miete am Einkommen ist die Bezahlbarkeit von Wohnraum gegeben, wenn die Wohnkostenbelastung nur so hoch ist, dass auch alle übrigen Lebenshaltungskosten bestritten werden können. Die weiteren Lebenshaltungskosten und Grundbedürfnisse unterscheiden sich jedoch bei den unterschiedlichen Gruppen (Familien, Senior_innen, Studierende, Geringverdienende… etc.), weshalb es schwierig ist eine einheitliche Obergrenze für die Wohnkostenbelastung festzulegen.

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