Mängelanzeige

Wann und wie müssen Mieter_innen dem Vermieter gegenüber einen oder mehrere Mängel anzeigen?

Ganz gleich ob ein Wasserrohrbruch, schimmlige Wände oder Putz, der an allen Ecken und Enden abblättert – alle Mängel sollten von den Mieter_innen sofort dem Vermieter mitgeteilt werden. Unterlassen Mieter_innen diese Anzeigepflicht, die in § 536 c Abs. 1 BGB normiert ist, so kann dies folgende Konsequenzen haben:

1. Der Vermieter weiß zuallererst nichts von dem Mangel und kann ihn so auch nicht beseitigen (lassen).

2. Des Weiteren verwirken Mieter_innen durch dieses Unterlassen ihr Minderungsrecht aus § 536 BGB. Zeigen Mieter_innen einen Mangel nicht unverzüglich an, können Sie grundsätzlich auch nicht mehr seinetwegen mindern.

3. Außerdem verwirken sie dadurch auch ihr Recht aus § 536 a BGB auf Ersatz eines Schadens, den sie ggf. durch den Mangel erlitten haben.

4. Schließlich wird Mieter_innen durch dieses Unterlassen auch das Recht auf fristlose Kündigung insofern beschnitten, als dass sie dem Vermieter eben doch eine Frist setzen müssen, selbst wenn die Fristsetzung offensichtlich keinen Erfolg verspricht oder die sofortige Kündigung aus besonderen Gründen unter Abwägung der beiderseitigen Interessen gerechtfertigt ist (§ 536c Abs. 2 Nr. 3 BGB i.V. m. §
543 Abs. 3 Nr. 1 und 2 BGB
).

Zwar ist für die Mängelanzeige keine Schriftform oder Textform notwendig, dennoch ist die schriftliche Mitteilung dringend zu empfehlen. Nur so können Mieter_innen im Nachhinein beweisen, dass sie ihrer Verpflichtung nachgekommen sind. Hier finden Sie einen Vorschlag für eine schriftliche Mängelanzeige (Musterbrief).

Bei Zweifeln empfehlen wir den Besuch einer unserer Beratungsstellen.

Dieser Artikel wurde mit freundlicher Genehmigung des Berliner MieterGemeinschaft e. V. übernommen und teilweise verändert.

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