Zeitmietvertrag

Wann spricht man von einem Zeitmietvertrag und welche Rechte haben Mieter_innen in so einem Mietverhältnis?

Ist man das Mietverhältnis für eine bestimmte Zeit eingegangen, spricht man von einem befristeten Mietvertrag oder Zeitmietvertrag. Ein befristeter Mietvertrag bzw. Zeitmietvertrag endet mit Ablauf der vereinbarten Mietzeit, ohne dass es einer Kündigung bedarf. Während der Laufzeit kann der Vertrag weder vom Vermieter noch von den Mieter_innen durch ordentliche Kündigung beendet werden. Eine Kündigung ist nur als außerordentliche fristlose Kündigung möglich und setzt voraus, dass eine der Vertragsparteien eine schwere Vertragsverletzung begangen hat.

Der Zeitmietvertrag ist nur wirksam, wenn der Vermieter den Mieter_innen beim Vertragsabschluss den Grund für die Befristung des Vertrags schriftlich mitteilt. Als Gründe werden vom Gesetzgeber nach § 575 BGB anerkannt, wenn der Vermieter nach Ablauf der Mietzeit

1. die Wohnung für sich, seine Familienangehörigen oder für zu seinem Haushalt gehörende Personen (Eigenbedarf) nutzen oder

2. die Räume in zulässiger Weise beseitigen oder so wesentlich verändern oder instand setzen, dass die Maßnahmen durch eine Fortsetzung des Mietverhältnisses erheblich erschwert würden oder

3. die Räume an einen zur Dienstleistung Verpflichteten vermieten will.

Frühestens 4 Monate vor Fristablauf können die Mieter_innen vom Vermieter verlangen, ihnen binnen eines (1) Monats mitzuteilen, ob der Befristungsgrund noch besteht.

Ist das der Fall, müssen die Mieter_innen die Wohnung verlassen und haben keinen Kündigungsschutz. Wenn die vom Vermieter beabsichtigte Verwendung der Räume sich verzögert oder wenn der Vermieter den Mieter_innen erst verspätet schriftlich mitteilt, dass seine Verwendungsabsicht noch besteht, können die Mieter_innen die Verlängerung des Mietverhältnisses um einen entsprechenden (neu befristeten) Zeitraum verlangen. Entfällt der Befristungsgrund, können die Mieter_innen die Verlängerung des Mietvertrags auf unbestimmte Zeit verlangen.

Wurde ein Zeitmietvertrag vereinbart, der den gesetzlichen Anforderungen nicht gerecht wird, so gilt das Mietverhältnis als auf unbegrenzte Zeit vereinbart. Beide Mietvertragsparteien können den Vertrag dann auch ordentlich kündigen. In dieser Konstellation ist unter Umständen auch eine Umdeutung in einen Vertrag denkbar, bei dem beide Parteien auf ihr Kündigungsrecht verzichten. Hierzu müssen jedoch insbesondere beide Parteien dies gewollt haben, was zu Beweisproblemen (wohl meist auf Seite des klagenden Vermieters) führen kann (vgl. hierzu LG Nürnberg Urt. v. 24.06.2005, AZ:7 S 1557/05). Vereinbarungen im Mietvertrag, die von den gesetzlichen Bestimmungen abweichen, sind nicht wirksam.

Da der Zeitmietvertrag einerseits keinen Kündigungsschutz bietet und die Mieter_innen andererseits langfristig binden kann, sollten Mieter_innen einen solchen Vertrag nicht leichtfertig abschließen.

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Dieser Artikel wurde mit freundlicher Genehmigung des Berliner MieterGemeinschaft e. V. übernommen und teilweise verändert.

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