Klingenberger gründen Asyl-Netzwerk

Klingenberg (Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge):
Einwohner_innen gründen Netzwerk für die Unterstützung Zufluchtsuchender

Dass es in Sachsen auch anders geht zeigt z.B. die Gemeinde Klingenberg – im Dreieck zwischen Dresden, Freiberg und Dippoldiswalde gelegen – mit ihren 6.900 Einwohner_innen.

szonline: “Im Hochhaus [im Klingenberger Gewerbepark] entsteht Platz für rund 300 Flüchtlinge. Auf sie will der Ort vorbereitet sein. … 36 Interessierte waren kürzlich der Einladung
von Bürgermeister Torsten Schreckenbach (Bürger für Klingenberg) gefolgt, der ein Netzwerk Asyl aufbauen will. Ihm ist klar, dass es nicht einfach werden wird, bei einer so großen Zahl an Flüchtlingen das Miteinander im Ort so zu gestalten, dass es für alle funktioniert. „Als Gemeinde allein können wir das nicht, wir sind auf Unterstützung angewiesen“, sagte er. Deshalb sei er froh, dass so viele zu dieser ersten Zusammenkunft gekommen sind. …

Da Integration in diesem Umfang nicht nur für die Gemeinde, sondern auch für die meisten der hilfsbereiten Bürger eine völlig neue Aufgabe ist, hatte Torsten Schreckenbach auch Petra Schickert von der AG Asylsuchende zu dieser Zusammenkunft eingeladen. Sie informierte darüber, dass es in den Orten, in denen schon Asylbewerber leben bzw. welche aufgenommen werden sollen, inzwischen über 15 Initiativen wie Willkommensbündnisse oder Asyl-Netzwerke gibt. Sie alle arbeiten auf ehrenamtlicher Basis. … Im Landkreis werden inzwischen rund 120 Deutschkurse angeboten, alle geleitet von Ehrenamtlichen. Das könnte auch in Klingenberg funktionieren. …

Eine weitere Arbeitsgruppe wird sich auf die Suche nach Arbeitsgelegenheiten für die Flüchtlinge machen, damit sie sich sinnvoll beschäftigen können. … Vorgeschlagen wurde, eine Fahrradwerkstatt einzurichten, in der Asylbewerber Zeit sinnvoll verbringen können. Entstanden ist auch eine Arbeitsgruppe, die Begegnungen zwischen Einwohnern und Flüchtlingen organisieren will, eine weitere will den Asylbewerbern Unterstützung bei Alltagsfragen geben und noch eine andere sich um die Öffentlichkeitsarbeit kümmern.

Der Bürgermeister griff auch den Vorschlag aus der Runde auf, Kontakt mit dem Landkreis aufzunehmen, um zu erreichen, dass beim Umbau des Gebäudes auch an Räumlichkeiten gedacht wird, in denen zum Beispiel die Deutschkurse abgehalten werden können, die aber auch für andere Freizeitaktivitäten zur Verfügung stehen.”

http://www.sz-online.de/sachsen/klingenberger-gruenden-asyl-netzwerk-3243760.html