Sozialer Wohnungsbau

Der „soziale Wohnungsbau“ beschreibt umgangssprachlich die soziale Mietwohnraumförderung. Bevölkerungsgruppen innerhalb einer festgelegten Einkommensgruppe können mietpreis- und belegungsgebundene Wohnungen beziehen, die mittels öffentlicher Fördermittel durch private oder öffentliche Bauträger erbaut oder angekauft wurden. Die Förderung sieht sowohl Mietwohnungsbau wie auch den Bau von Wohneigentum vor. Die Finanzierung in den Wohnungsbau wird durch die „Objektförderung“ beschrieben, also die Förderung in den Bau oder des Ankauf von Wohnraum. Dem gegenüber steht die „Subjektförderung“, die finanzielle Unterstützung von Personen durch das Wohngeld. Die geförderten Wohnungen stellen meistens nicht den preiswertesten Wohnraum auf dem Wohnungsmarkt dar, sondern unterstützten vorrangig die Schwellenhaushalte. Die einkommensschwachen Gruppen lebten häufig in den unsanierten und heruntergekommenen Altbaubeständen der Städte.

Der soziale Wohnungsbau hat seit seiner Einführung stetig an Bedeutung verloren, wohingegen die Subjektförderung ausgebaut wurde. Anfang der 2000-er Jahre wurde das Wohnungsbaugesetz durch das Wohnraumförderungsgesetz abgelöst und geschwächt und die Kompetenzen vom Bund auf die Bundesländer übertragen. Der Freistaat Sachsen hat dieses Recht bis heute nicht in Anspruch genommen. In den 1990-er Jahren entstand noch vereinzelter Wohnungsbau, doch die letzten gebundenen Wohnungen fallen derzeit aus der Bindung. Damit besitzt Leipzig aktuell de facto keine Sozialwohnungen mehr und kann keine geförderten Mietwohnungen bauen lassen.

Doch der Sozialwohnungsbau stellt für Leipzig keine allgemeingültige Lösung des Mangels an bezahlbarem Wohnraum in der Innenstadt dar. Die Förderung ist für die öffentliche Hand sehr teuer und nur für einen begrenzten Zeitraum gültig. Die öffentlich geförderten Wohnungen können nach Abbezahlung der Darlehen zu Marktmieten vermietet werden und gehen in den Besitz der Investoren. Zudem entstehen trotz Förderung Mieten von rund 6 bis 8 €/m², die im Vergleich zu den geringen Mieten in Leipzig keinen preiswerten Wohnraum sicherstellen.

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